Am Freitag ging es in einem Gespräch um e-learning und die Frage ob die viel gepriesene Zeit- und Ortsunabhängigkeit tatsächlich ein Mehrwert für den Benutzer ist oder eher noch mehr unsinnige Beschleunigung und Anonymität auslöst plötzlich um Adorno und folgendes Zitat:
"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." - Minima Moralia, 43
Ursprünglich geschrieben unter dem Einfluss des nationalsozialistischen Terrors, war die "Minima moralia - Reflexionen aus dem beschädigten Leben" eine "Diagnose einer global organisierten Unmündigkeit".
Adornos Wissenschaft wirft natürlich sofort die Frage auf: Was ist denn ein richtiges Leben? Also wie lebt man denn unter allen Umständen richtig? Die Freiheit der Selbstbestimmung scheint mir hier zunächst mal ein Anfang zu sein. Was hilft es allerdings individuell ein richtiges, gutes und gelungenes Leben zu leben (wie auch immer man das definiert), solange die Gesellschaft als solche falsch ist. Ist es überhaupt möglich autonom im persönlichen Umfeld eine Art Insellösung in der gesellschaftlichen Praxis zu leben? Oder wie Adorno sagt: "Es gibt keine Emanzipation ohne die der Gesellschaft" Minima Moralia. Aber wo sollen wir denn sonst anfangen wenn nicht bei uns selbst? Gefragt ist vermutlich tatsächlich die Erziehung zur Mündigkeit und das natürlich auch oder ganz besonders in der Lehre.
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