
Pageturner ist für dieses Buch eigentlich die falsche Bezeichnung. Der Schwede Per Olov Enquist hat einen Roman über die dänische Revolution geschrieben, die so in keinem Geschichtsbuch steht. Der Roman "Der Besuch des Leibarztes" beschreibt das Wirken des Grafen Struensee, der zunächst zusammen mit dem sehr jungen dänischen König Christian dem VII Dänemark in eine aufgeklärte Zeit schicken wollte und 1600 Dekrete vom Schreibtisch aus durchsetzt und das 20 Jahre vor der französischen Revolution. Kann man mit falschen Mitteln das Richtige tun oder mit auch mit richtigen Mitteln das Falsche? Gibt es Grenzen und wo sind diese? Das Buch wirkt mehrdimensional sowohl individual- und sozialpsychologisch als auch historisch-politisch, kulturanthropologisch, ideengeschichtlich und existenziell. Aber es geht auch um die Emanzipationsgeschichte einer Frau - der Königin Caroline Mathilde. Per Olov Elmquist gelingt es in den eher nüchtern geschriebenen Geschichtsroman eine unvergleichlich leidenschaftliche amour fou einzuflechten. Absolut Lesenswert!
No comments:
Post a Comment